Designer – Schule – Das Bauhaus2018-09-28T12:26:39+00:00

Das Bauhaus

Erster Abschnitt von Wikipedia:

Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet. Nach Art und Konzeption war es damals etwas völlig Neues, da das Bauhaus eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk darstellte. Das historische Bauhaus stellt heute die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs im 20. Jahrhundert dar. Das Bauhaus bestand von 1919 bis 1933 und gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst. Die Resonanz des Bauhauses hält bis heute an und prägt wesentlich das Bild modernistischer Strömungen.

Die Metallwerkstatt

Aus der 1919 vom Bauhaus Meister und Maler Johannes Itten gegründeten Weimarer Gold-Silber-Kupferschmiede entwickelte sich seit dem Jahr 1923 eine Designmanufaktur, in der neben Entwürfen für die Industrie und Metallmöbeln auch verschiedene Metallgefäße und Lampen gefertigt wurden. Im Jahr 1922 trat der Silberschmied Christian Dell als Werkmeister in die Kupferschmiede ein. Durch den ungarischen Konstruktivisten László Moholy-Nagy kam es dann 1923 zur Umorientierung und Umbenennung. Seit dieser Zeit wurden keine Einzelstücke mehr hergestellt, sondern überwiegend Modelle für die serielle Industrieproduktion. Um die Stücke selbst herstellen zu können, wurde eigens ein Produktionsbetrieb angeschlossen, in dem unter anderem die Tischlampe von Jacob Jucker, die Teekugeln von Wilhelm Wagenfeld oder die Aschenbecher von Marianne Brandt entstanden.  

Marianne Brandt

Im Alter von 31 Jahren, im Jahr 1924, schrieb sich die Künstlerin am Bauhaus in Weimar ein. Sie studierte in der Metallwerkstatt von László Moholy-Nagy, der ihr herausragendes Talent schon bald erkannte und förderte. Im Jahre 1924 – 1929 fertigte sie eine Vielzahl von Entwürfen, die sie zu einer der Leitfiguren des Bauhauses machten. Die von ihr 1924 gefertigte MT49 Tee-Extrakt-Kännchen sowie die Bauhaus Teekanne zählen zu den bedeutendsten Arbeiten der Metallwerkstatt. Die Formgebung der Bauhaus Teekanne mit einem Kreis und einem kreuzförmigen Fussteil ist typisch und repräsentiert wie kaum ein anderes Stück der Metallwerkstatt den Bauhaus-Stil. Während ihrer Studienzeit steht sie in engem Austausch mit Künstlern wie Christian Dell, Hans Hans Przyrembel und Wilhelm Wagenfeld.  

MT49 Tee-Extraktkännchen

Das Tee-Extraktkännchen MT 49 wurde 1924 von der Designerin Marianne Brandt während ihrer Studienzeit am Bauhaus in Weimar entworfen. Heute gilt das Kännchen neben den Entwürfen von Wilhelm Wagenfeld und Wolfgang Tümpel als eine der wichtigsten Arbeiten der Metallwerkstatt.

Design

Marianne Brandt war bestrebt, die für das Bauhaus typischen, einfachen geometrischen Gestaltungsformen Quadrat – Kreis – Dreieck als Basis für ihren Entwurf der Kanne zu verwenden. Die Basis des 7,5 cm hohen Tee-Extraktkännchens bilden, wie auch bei dem zeitgleich entstandenen Aschenbecher, zwei kreuzweise angeordnete Balken, auf dem der halbkugelförmige Korpus der Kanne ruht. Die Oberseite der Kanne beschreibt einen exakten Kreis, auf dem, asymmetrisch angeordnet, ein Deckel in Form eines flachen Zylinders eingelassen ist. Der Tülle gegenüber wurde – gehalten durch ein dreieckiges Verbindungselement – ein Griff in Form einer halbkreisförmigen Scheibe aus Ebenholz angebracht. Neben diesem wurde auch der Griff des Deckels aus Ebenholz gefertigt, um eine gute Wärmeisolation zu gewährleisten. Das Extraktkännchen war mit einem herausnehmbaren Teesieb ausgestattet.

Gefertigt wurde das Tee-Extraktkännchen ursprünglich aus Messingblech, das innen versilbert wurde.

Erhaltene Exemplare

Heute sind noch acht Exemplare des Tee-Exktraktkännchens bekannt, die Marianne Brandt in dem ersten Jahr in der Metallwerkstatt am Weimarer Bauhaus gefertigt hat. Je ein Exemplar besitzt das Berliner Bauhaus-Archiv, das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, das Bauhaus-Museum in Weimar, das British Museum in London, und das Metropolitan Museum und das Neue Galerie in New York.

Ein Exemplar befindet sich in privater Hand und wurde innerhalb von zwanzig Jahren zweimal versteigert: Am 22. November 1996 wurde für ein Original des Tee-Extraktkännchens auf einer Kunstauktion des Kölner Auktionshauses Lempertz 270.000 DM (341.000 DM brutto) gezahlt. Das Kännchen aus Silber mit einem zylinderförmigen Deckelgriff aus Ebenholz war 1927 für den Künstler Friedrich Jossé in Speyer angefertigt worden und wurde im selben Jahr für 70 Mark an ihn verkauft. Am 14. Dezember 2007 wurde es erneut im Auktionshaus Sotheby für 361.000 USD versteigert.

Wenn man bedenkt, dass das Bauhaus bereits kurz nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1919 eröffnet wurde, so ist es nicht verwunderlich, dass die Hyperinflation 1923 die Firma in voller Wucht traf. Dennoch wurden in dieser Zeit (einige wenige) silberne Gegenstände hergestellt, obwohl das Bauhaus sich nicht einmal in allen Zimmer die Heizungskosten leisten konnte. Viele der Objekte in der Metallwerkstatt wurden nur in kleinstserien und in unedlen Materialien angefertigt. Daher sind massiv silberne Objekte von 1923-24 unter Sammlern und Museen heiß begehrt. Vergleichsobjekte aus dem Jahre 1930 oder später kosten deshalb “nur” 50.000€ bis 100.000€.

 

Christian Dell

Christian Dell (1893 -1974) war Silberschmied, Lehrer für Industriedesign und Meister am Weimarer Bauhaus.
1907 bis 1911 absolvierte Dell die Silberschmiedelehre bei J. D. Schleißner in Hanau, daneben besuchte er die Zeichenakademie Hanau. 1912/13 studierte er an der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar bei Henry van de Velde. 1918 bis 1920 wurde Dell zum Militärdienst herangezogen. 1922 bis 1925 arbeitete er als Werkmeister der Metallwerkstatt am Bauhaus Weimar. Dort arbeitete er u.a. mit Marianne Brandt zusammen bei der Gestaltung von Leuchten für die industrielle Produktion.
1926 übernahm Dell die Leitung der Metallwerkstatt der Frankfurter Kunstschule (Städelschule). 1933 erfolgt die Entlassung auf Druck der Nationalsozialisten. Walter Gropius bot ihm mehrmals an, in die USA zu gehen. Dell ging ins Innere Exil und blieb in Deutschland. Später kehrte er zu seinen Anfängen zurück, fertigte Silberwaren und eröffnete 1948 in Wiesbaden ein Juweliergeschäft, das er bis 1955 betrieb. Danach zog er sich bis zu seinem Tode 1974 völlig ins Privatleben zurück.

Bücher zum BAUHAUS:

 

Metallwerkstatt und Bauhaus
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